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Neuigkeiten & Tips 2009

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»Monotonie des Yeah-yeah-yeah« // »Ist es denn wirklich so, daß wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Yeah-yeah-yeah, und wie das alles heißt, sollte man doch Schluß machen.« So Walter Ulbricht angeblich noch 1965 auf dem berühmten 11. Plenum des ZK der SED. Wie paßt das zur Gründung von DT64, dem DDR-Jugendprogramm, über ein Jahr zuvor? Margarete Wohlan im Gespräch mit Jürgen Balitzki und Olaf Leitner, mit Originaltönen. Aus den Archiven, DLR, 27. Dezember 2009.
 
Was war das gleich? // Willi Schwabes Rumpelkammer · Schönste Bücher der DDR · Vermona · Waffenfarben · DDR-Produkte · Ostalgie · Auszeichnungen · DTSB · Goethepreis.
 
»Spitzel drüben, Spitzel hüben« // »Post aus der DDR wurde in der Bundesrepublik systematisch kontrolliert – dafür reichte eine Verordnung«, Tsp, 21. Dezember 2009 · Briefzensur.
 
»Der Sozialismus ist gar nicht so übel« // »Warum ist der Sozialismus einer sozialen Marktwirtschaft überlegen, die ja auch auf Umverteilung setzt? Die Antwort ist einfach: In einer sozialistischen Gemeinschaft nehmen die Menschen um des anderen willen aneinander Anteil. Im Kapitalismus sind die Menschen auch aufeinander bezogen, aber nur, weil sie sich vom Austausch einen Vorteil für sich selbst und ihre eigenen Interessen versprechen. Die Marktwirtschaft nutzt die natürlichen Triebe der Gier und Angst. Das bringt den Wohlstandsprozeß in Gang. Der Markt zwingt die Menschen, einander zu Diensten zu sein: Kundenfreundlichkeit ist egoistisch motiviert. Eine Wirtschaftsordnung soll gut sein, die die Gier befeuert und die Angst braucht? Wie das Christentum weiß der Sozialismus, daß man die Triebe zähmen muß und darauf kein Wirtschaftssystem bauen sollte.« FAZ, 21. Dezember 2009 · Gerald A. Cohen: Why not socialism?
 
»Intelligent und natürlich« // »Dorothea Melis war einst die einflußreichste Moderedakteurin der DDR. Ihr Schönheitsideal gilt als intelligent und natürlich. Diesen Stil setzt sie bei der DDR-Luxusmarke Exquisit durch - und findet ihn heute bei einem Streifzug durch H&M wieder.« Dorothea Melis, Chefredakteurin der DDR-Modezeitschrift Sibylle, Reportage, DLR, 13. Dezember 2009 · Buch.
 
»Dann geh doch rüber!« // »Neben der Ost-West-Migration vergessen: Die Übersiedlung vom Westen in die DDR ... Mehr als eine halbe Million Menschen siedelten innerhalb von 40 Jahren vom Westen um in den Osten des geteilten Landes. Und auch eine Gruppe Schweizer emigrierte in die DDR.« ND, 9. Dezember 2009.
 
»Vater Ampelmann« // »1961 erfand Karl Peglau das berühmte Symbol des Ampelmännchens, das zu einem der erfolgreichsten Ossis überhaupt wurde. Jetzt starb der Verkehrspsychologe im Alter von 82 Jahren.« Tsp, 1. Dezember 2009 · Das Buch vom Ampelmännchen.
 
»Die Aktenkilometer-Mär« // »180.000 laufende Meter Unterlagen der DDR-Staatssicherheit sollen nach eigenen Angaben in der Birthler-Behörde lagern. Bei genauerer Betrachtung schmilzt der Datenbestand dahin.« jW, 28. November 2009 (Auszüge aus dem Buch Freischützen des Rechtsstaats).
 
»Inseln der Fantasie« // 75. Geburtstag des Filmregisseurs Herrmann Zschoche, ND, 25. November 2009 · DVD: Sieben Sommersprossen, Karla, Insel der Schwäne, Hälfte des Lebens.
 
Harte Ostberliner Jungs // Sind Rammstein Deutschtümelei? Aber sie werden doch auch in Frankreich oder Amerika vergöttert. FAZ., 24. November 2009.
 
»Wende oder Revolution?« // »Keinesfalls nur eine scholastische Frage. Der Herbstumbruch vor 20 Jahren im deutschen Geschichtsbewußtsein«, Martin Sabrow, ND, 21. November 2009.
 
»Poesie des Untergrunds« // Ausstellung im Prenzlauer Berg Museum über die Literatur- und Künstlerszene Ostberlins 1979-1989, 21. November 2009 bis 7. Februar 2010 · Buch.
 
»Akt & Landschaft« // Foto-Ausstellung im Rügenhof Putgarten / Kap Arkona, Eröffnung am 29. November 2009, Signierstunde mit Klaus Ender.
 
»Wir haben souverän gehandelt« // Interview mit Hans Modrow, Ministerpräsident der DDR von November 1989 bis April 1990, ND, 16. November 2009.
 
»Streitobjekt DDR« // »Die Debatte über den sozialistischen Staat lädt zum Nachdenken über geschichtliche Alternativen ein. Sie wird aber als Sieg der Marktwirtschaft geführt«, Essay von Kurt Pätzold, jW, 13. November 2009.
 
  Birgit Horota: Turnübung, 1977 · 2 3 4 5 6 7 8 9 10
 
»Vulgärapostrophierung« // Ein »Justizminister« ist im »Rechtsstaat« nicht nur eine Absurdität. Ein »Justizminister«, dem sowohl Gerichte als auch Staatsanwälte unterstellt sind, bedeutet, daß der »Rechtsstaat« eine Fata Morgana ist. Dennoch gibt es solche und solche Justizminister.

Da gab es Klaus Kinkel, der 1991 als Bundesjustizminister die »unabhängigen« deutschen Richter aufforderte, »das SED-System zu delegitimieren«. Und da gibt es Volkmar Schöneburg, den frischgebackenen Justizminister des Landes Brandenburg.

Die sogenannte CDU warf Schöneburg vor, die DDR nicht als »Unrechtsstaat« einzustufen. »Unrechtsstaat« ist für Schöneburg, im landläufigen Diskurs, eine »unwissenschaftliche, moralisierende Verdrängungsvokabel«, eine »Vulgärapostrophierung«.

Auch wenn jetzt also einer Justizminister geworden ist, der das DDR-Rechtssystem kennt, und sich differenzierter äußert, statt platte Parolen zu verbreiten: Der BRD-Rechtsstaat bleibt so rechtsstaatlich wie die CDU christlich (1, 2, 3). 10. November 2009.
 
»Gefälschte Geschichte« // Egon Krenz' Rede vom 24. Oktober 2009, Teil I, II, III.
 
»Warum kein einziger Schuß fiel« // Horst Klein, ND, 7./8. November 2009 · »'Ohne Blut an den Händen durch Leipzig laufen'«, Gespräch mit Manfred Hummitzsch, jW, 9. November 2009.
 
»Für ein halbes Jahrhundert Frieden hat es sich gelohnt« // Gespräch mit Manfred Döring über das Wachregiment »Feliks Dzierzynski« des MfS und das Ende der DDR, jW, 7. November 2009 (Auszug aus dem Buch Rote Spiegel - Wachsoldaten in der DDR).
 
»Here We Come« // Sie waren gut drauf und nannten sich »Electric Beat Crew«, »Crazy Seven« oder »Melodic Dancer«: Jungs, die sich durch akrobatisches, ultralässiges Tanzen beweisen wollten. »Here We Come - Breakdance in der DDR«, ZDF, 2. November 2009 · DVD · Wir hatten ja nichts · Breakdance in der DDR (YT).
 
Der »Sieg der Freiheit« // »Wie man denn niemals mehr von Freiheit reden hört, als wenn eine Partei die andere unterjochen will und es auf weiter nichts angesehen ist, als daß Gewalt, Einfluß und Vermögen aus einer Hand in die andere gehen sollen.« Johann Wolfgang Goethe: West-östlicher Divan.
 
  4. November 1989, Berlin Alexanderplatz: 2 3 4 5 6 7 8 9 10
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»Sind Ostdeutsche im neuen Kabinett unterrepräsentiert?« // Interview mit Verleger Christoph Links, DLR, 28. Oktober 2009.

»Unterrepräsentiert« sind im neuen »Kabinett« nicht nur die Ostdeutschen. Auch die Wahlbevölkerung, also die Bevölkerung, überhaupt. Nur 1/3 der Wahlberechtigten, also der Wähler und Nichtwähler, hat diesem »Kabinett« seine Stimme gegeben (indirekt über die Parteien). Entscheidungen, die dieses »Kabinett« trifft, sind folglich von 2/3 der Bevölkerung nicht legitimiert.
 
»Sächsische Dichterschule« // Mit 74 starb am 21. Oktober 2009 der Dresdner Lyriker Heinz Czechowski · Nachrufe: DLF, ND, Welt · Einmischungen · Die Pole der Erinnerung.
 
»Weil diese Person mein Vertrauen hat« // War sie zu DDR-Zeiten nun FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, wie Bekannte sich erinnern, oder nur »Kulturreferentin gewesen, und habe sich um die Bereitstellung von Theaterkarten gekümmert«, wie sie selbst berichtet. War sie gar Stasi-Spitzel? Einerlei. Als die Bundeskanzlerin gefragt wurde, warum sie eine Person, die 100.000 DM von einem Waffenhändler in der Schublade »vergessen« hat, zum Finanzminister erkoren habe, gab es an ihrer Antwort nichts zu deuteln: »Weil diese Person mein Vertrauen hat.« Die Welt, 26. Oktober 2009.
 
Das atomare Teufelszeug // Wo ist der DDR-Atommüll? Wie war das 1990 mit der Abschaltung der DDR-Kernkraftwerke? Was kann der Westen beim Umgang mit der Atomkraft vom Osten lernen? Fragen an den Strahlenschützer Dr. Sebastian Pflugbeil, Oktober 2009.
 
»Ein Außenseiter blickt zurück« // Hans Mayer, bis 1963 Professor für Literaturwissenschaft in Leipzig, 1974 im Gespräch über Brecht, Becher und Eisler in der frühen DDR. Teil I, Teil II, DLF, 18./25. Oktober 2009.
 
»Volksverköstigung und Staatsbankett« // Siegfried Pasternak, Chefgastronom im Palast der Republik, Reportage, DLR, 18. Oktober 2009.
 
»Leichensäcke bereitgelegt« // »Dramatische Details in Köhler-Rede wohl falsch - In seiner Rede zum 20. Jahrestag der friedlichen Revolution in Leipzig soll Bundespräsident Horst Köhler teils falsche historische Details genannt haben.« Sächsische Zeitung / evangelisch.de, 10.10. · jW, 12.10. ··· Hamburger Rechtsanwalt Armin Fiand schrieb Köhler einen Brief, 14.10. · Egon Krenz auch: Die Welt, 24. Oktober 2009.
 
Bäume & Beten // »Weißt Du, solange die Häuser höher gebaut werden, als die Bäume wachsen, wird das mit der Menschheit nichts. Und mit dieser Gesellschaft wird das auch nichts, weil die Menschen vergessen haben, zu beten. Kommunismus ist eine schöne Sache. Aber wenn man vergessen hat, zu beten, sollte man Kommunismus nicht als Ziel ansteuern.«. Alfred Matusche. Der als »Geheimtip« gehandelte Dramatiker, gestorben 1973 in Karl-Marx-Stadt, wäre am 8. Oktober 2009 100 geworden. Mitteldeutsche Zeitung · der Freitag · Dramen.
 
7. Oktober 2009 - »Hoch die Deutsche Demokratische Republik!« // »Die Märchenerzähler auf der Straße predigen den Bolschewismus von links und die Rätediktatur, die an Schrecken die Säbeldiktatur noch übertreffen. Nieder mit dem Bolschewismus! Nieder mit dem Generalstreik! Arbeiten! Arbeiten! Arbeiten! Hoch die Deutsche Demokratische Republik!«. Flugblatt des Deutschen Demokratischen Vereins, Berlin 1919.
 
Abwanderung Ost // 2008 gab es »136.500 Zuzüge aus den neuen Ländern in die alten Länder«, und »85.500 Fortzüge aus den alten Ländern in die neuen Länder«. Der »Wanderungssaldo der neuen Länder gegenüber den alten Ländern« betrug -51.000 Personen. Statistisches Bundesamt, 1. Oktober 2009.
 
Wahlergebnis II // Bundestagswahl am 27. September 2009: 29,2 % Nichtwähler (2005: 22,3 %). Durch Fünf-Prozent-Hürde 6 % der Wähler um ihr Votum betrogen. Ergebnistableau anzeigen
 
1000 Jahre BRD // »Jeder Staat versucht zu zeigen, daß er der beste ist. Alles vor ihm gilt nicht mehr. Er selbst wird noch 1000 Jahre bestehen. Diese Haltung hatte die DDR auch. Da tritt aber doch dieses Goethe'sche Diktum ein, daß alles, was auf dieser Welt entsteht, auch zugrunde geht.« Christoph Hein, Interview, Der Standard, 25. September 2009.
 
»Nichtwählen ist Freiheit« // Thomas Brussig, Interview, Rheinischen Merkur, 24. September 2009.
 
»Unbefangene Kritik des bundesdeutschen Systems« // »Das Grundübel unserer Demokratie liegt darin, dass sie keine ist. Das Volk, der nominelle Herr und Souverän, hat in Wahrheit nichts zu sagen.« Hans Herbert von Arnim: Das Parteienkartell lähmt die Republik · Geringe Wahlbeteiligung »tut Parteien nicht weh« · Artikelliste.
 
YouTube II // Feeling B: Ich such die DDR · B Side The Norm: Hip Hop in der DDR · Herbst in Peking: Bakschischrepublik.
 
»Bleibt in den Kasernen!« // Warum sowjetische Truppen in der DDR den Mauerfall nicht verhinderten. DLR, 25. September 2009.
 
»Deutsche Rufe« // (1) »Wir sind das Volk!«, (2) »Wir sind ein Volk!«, (3) »Deutschland, einig Vaterland«, (4) »Die Fenster aufgestoßen«, DLR, September 2009.
 
»Liebe ist die einzige Dimension« // Am 19. September 2009 wäre Heiner Carow 80 geworden. »Die Legende von Paul und Paula« hat er, »Die neuen Leiden des jungen W.« hätte er gerne gedreht. Kalenderblatt · Märkische Allgemeine.
 
Über das Theater-Publikum in Ost & West // »Das Ost-Berliner Publikum ist, glaube ich, optimal. Das hat eine Mischung von Gründen, also, es ist ein Hauptstadt-Publikum, es ist, man darf es nicht vergessen, das Publikum einer außerordentlich traditionsreichen Theaterstadt. Es ist ein Publikum, das wirklich, von diesem preußischen Temperament her, meine Sorte von Wirkungen mag. Also ein Publikum, wo Nestroy durchfällt und Hacks geht. In München ist es wirklich umgekehrt - oder gar in Wien. Wo ich immer durchfalle und Nestroy geht. Und es ist eben dieses neue sozialistische Publikum, das aus einer doch eben gebildeten Intelligenz, aber auch einem sehr gebildeten und intelligenten Laienstande und auch aus Mächtigen, die nicht dumm sein müssen, zusammengesetzt ist. Also, ich meine, das Publikum ist, glaube ich, unübertrefflich.

Ich liebe es so sehr, seit ich das Münchner Premierenpublikum getroffen habe, das ist einer meiner bleibenden Eindrücke: Diese Leute haben es fertiggebracht, im »Frieden« (CD+DVD) drei Minuten vor Schluß zu erkennen, daß gelacht werden darf. Der erste Lacher erfolgte drei Minuten vor Schluß. Das ist unfaßbar, und wenn man erzählt bekommt, dort gehen die Leute aus repräsentativen Gründen ins Theater, und dort gehen eben die Koofmichs, weil sie das Geld haben und haben ein Premierenabonnement. Man muß es erlebt haben, um diesen Grad von Nichtaufnahmefähigkeit zu glauben.« Peter Hacks, Interview, April 1974.
 
»Das Ende der 'blühenden Landschaften'« // »Der 'Aufbau Ost' ist gründlich mißlungen…« Politisches Feuilleton, DLR, 16. September 2009.
 
»Der Fotograf des Ostens« // Roger Melis starb am 11. September 2009 mit 68 in Berlin. Nachrufe: Zeit, Spiegel, Tagesspiegel. Bücher: In einem stillen Land, Künstlerporträts.
 
»Verblühende Landschaften« // »Ost-Forscher schlagen Alarm: Die Mieten sind hoch, die Jungen gehen weg, die Perspektiven sind schlecht…«, Tagesspiegel, 8. September 2009.
 
  Nackedei-Skulptur am Obersee · Weitere Ansichten: 2 3 4 5 6
  Skulpturen & Plastiken aus der DDR in Berlin-Lichtenberg
 
Was bleibt? // Als Dirigent »mittelprächtig« habe Kurt Masur aber politisch bei der Wende in der DDR eine wichtige Rolle gespielt, so Kai Luehrs-Kaiser am 1. September 2009 im rbb-Kulturradio. Von seinen vielen CDs werde nur das eine oder andere bleiben. Auf jeden Fall: Richard Strauss: Vier letzte Lieder, mit Jessye Norman, 1982. Davon das dritte Lied: Beim Schlafengehen (Text: Hermann Hesse).
 
Wahlergebnis I // Landtagswahlen am 30. August 2009 in Sachsen: 47,8 % Nichtwähler, Thüringen: 43,8 % Nichtwähler. Durch Fünf-Prozent-Hürde in Sachsen 6,8 %, in Thüringen 9,1 % der Wähler um ihr Votum betrogen.
 
»Das irdische Paradies« // »Ein alter, von Büchern gestützter Glaube will wissen, das irdische Paradies habe in Vorpommern gelegen. Dem Schulzen Christian Wendland sagte sogar seine innere Stimme, es könne nur bei Kummerow im Bruch hinterm Berge gelegen haben…« Ehm Welk: Die Heiden von Kummerow. Am 29. August 2009 wäre der Autor 125 geworden. »Die Heiden von Kummerow« ist mit einer Auflage von über 2 Mio. eines der meistgelesenen deutschen Jugendbücher. Vorbild für Kummerow: das Dorf Biesenbrow bei Angermünde im Land Brandenburg. Die Handlung spielt aber nicht in der DDR, sondern in der Provinz des Deutschen Kaiserreichs · Buch.
 
»Sozialistische Klassik« // »Wessen sollten wir uns rühmen, wenn nicht der DDR!« Der dies schrieb, zählte zu den namhaftesten Dramatikern der DDR: Peter Hacks. 1955 aus München in die DDR übergesiedelt, lag Hacks das Schicksal der Republik am Herzen, die er als »mein Land« betrachtete. Im Schauspiel »Senecas Tod«, 1980 am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt, fallen effektvolle Sätze wie »Einen Prachtplan haben wir / Und rechnen kaum mit seiner Ausführung« oder »Wehe dem Staat, wo Laune schaltet zügellos«. Sah Hacks Honecker als eine Art Nero, der die DDR in den Untergang führt? Am 28. August 2009 jährt sich Hacks' Tod zum sechsten Mal. Theaterprogramm zu »Senecas Tod« · Linksammlung.
 
 
»Kunst und Revolte '89« // Übergangsgesellschaft. Porträts und Szenen 1980-1990. Akademie der Künste, Berlin, 10. Juli bis 11. Oktober 2009, Pariser Platz 4.
 
»Mauersplitter« // Tägliche Reihe mit 200 akustischen Dokumenten der »friedlichen Revolution in der DDR«, Deutschlandfunk, 13. August 2009 bis 18. März 2010.
 
Dämonisierung der DDR beenden //  Lothar Bisky, Vorsitzender der Linkspartei, fordert eine wissenschaftlich fundierte Neubewertung der DDR, Die Welt, 19. August 2009.
 
Die Verklärung der Übersiedler // Interview mit Ex-Kanzlerberater Horst Teltschik zur »Maueröffnung« durch Ungarn vor 20 Jahren, Deutschlandfunk, 19. August 2009 · Kommentar.

Zitat: »Das Faszinierendste war immer die gleichbleibende Aussage der DDR-Bürger im Fernsehen. Wenn sie von westlichen Journalisten gefragt wurden, kam im Prinzip immer nur die gleiche Aussage: endlich frei! - Endlich frei! - Ich wünsche mir bis heute, dass unsere Bürger in den neuen Bundesländern sich daran erinnern, dass das wesentliche Ziel nicht ein materielles war, sondern der Wunsch nach Freiheit. Das stand damals bei diesen Flüchtlingen absolut im Vordergrund und das scheinen manche vergessen zu haben.«

1) Seit wann darf man für bare Münze nehmen, was Menschen sagen - und dann auch noch »im Fernsehen«?

2) Als die DDR längst das freieste Land der Erde war, im Frühjahr 1990, hielt der Strom der Übersiedler noch immer an. Der famose Wolfgang Schäuble enthüllte eigenhändig, worum es ging: »'Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, gehn wir zu ihr' – dieser Sprechchor gab wieder, was die Menschen in der DDR damals erhofften und erwarteten und auch, womit zu rechnen war, wenn ihre Erwartungen enttäuscht wurden. ... Tatsächlich ging der Übersiedlerstrom zurück, sobald die Bundesregierung – genauer die Koalitionsführung am 20. März – die Einführung der Währungsunion zum 1. Juli 1990 beschlossen hatte.«
 
»Sehnsucht nach der DDR?« // Politisches Feuilleton von Rolf Schneider, DLR, 18. August 2009 · Kommentar.
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»Rechtsstaaten zeichnen sich aus durch Gewaltenteilung und unabhängige Justiz«, sagt Schneider zutreffend. Unrichtig ist jedoch die Behauptung, die Bundesrepublik Deutschland sei ein solcher Rechtsstaat. In Wahrheit kann von Gewaltenteilung und unabhängiger Justiz keine Rede sein, schon gar nicht »im Sinne Montesquieus«. Die Judikative wird in der BRD glasklar durch die Exekutive gesteuert.
 
»Glück für alle!« // Wirklichkeit in DEFA-Filmen der fünfziger Jahre. Filmmuseum Potsdam, 10. Juli 2009 bis 7. März 2010.
 
»Wie ein Überraschungsei dem anderen« // »Brauns Grundthema von Jugend an, die Demokratisierung hochgradig autoritärer, parasitärer Gesellschaften, ist ja mitnichten erledigt, denn feudaler Staatssozialismus und high-tech-Kapitalismus beruhen beide auf der Unterwerfung der inneren und äußeren Natur des Menschen, der Fetischisierung entfremdeter Arbeit, der Spreizung von Verstand und Vernunft in instrumenteller Rationalität und Humanitätsdefiziten. Braun: 'Es kann kein Zufall sein, daß die eine Gesellschaft die andere in Grün ist und sich unsere Erfahrungen ähneln wie ein Überraschungsei dem anderen.'« Aus: Rolf Jucker (Hg.): Volker Braun in Perspective.
 
  Fragen an Klaus Ender · Weitere Motive: 2 · 3 · 4
 
»Zwang zum Sinn« // »Die DDR beschäftigt uns mittels ihrer zurückgelassenen Kunst. Was immer man ihr, mit Fug oder Unfug, vorwerfen mag, an einer Erkenntnis kommen Übel- wie Wohlgesinnte nicht vorbei: daß sie eine Kunst hervorgebracht hat, die ihresgleichen sucht&hellip« André Thiele, taz, 31. Juli 2009.
 
»Leipziger Malerschule« // Am 30. Juli 2009 wäre Werner Tübke 80 geworden. Werkschau · Kalenderblatt · Gemälde von Werner Tübke auf DDR-Briefmarken: Thomas-Müntzer-Ehrung der DDR 1989 5 10 20 50 85 Pfennig.
 
»DDR-Bauten nicht pauschal verurteilen« // Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, plädiert für einen ausgewogeneren Umgang mit dem Erbe der DDR-Architektur. Märkische Allgemeine, 22. Juli 2009.
 
»Späte Zustimmung« // »Die DDR ist lebendiger denn je, zumindest in den Köpfen«, hieß es am 9. Juli 2009 bei Kontraste.

Die DDR, das war aber eben nicht nur der SED-Staat, auf den Westdeutsche die Ostdeutschen so gerne festnageln möchten. Die DDR, das war auch die DDR vom Herbst 1989, die DDR des 4. November, als Honecker gestürzt und von BRDigung (inkl. Treuhand und Hartz IV) noch keine Rede war. Wenn so getan wird, als sei die Alternative zur VerKOHLung das Stasi-Regime gewesen, und nicht eine freie eigenständige DDR, wo die Menschen ihre Geschicke in die eigene Hand nehmen, so ist die manipulative Absicht offenbar.

Erinnert sei hier an den Aufruf Für unser Land vom 26. November 1989.
 
Kunst aus der DDR // 80 Werke der Maler Bernhard Heisig und Harald Metzkes sowie von den Bildhauern Wieland Förster und Werner Stötzer zeigt das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus vom 12. Juli bis 4. Oktober 2009. Ausstellungskatalog Förster - Heisig - Metzkes - Stötzer im Land Brandenburg.
 
  Kleinplastiken · Kulturpark · Esel · PdR · Mini-Rock
 
Jürgen Hartwig: Grüße aus der DDR, 777 Postkarten, Eulenspiegel Verlag 2009. Hoch aufschlußreiche und zutiefst unterhaltsame Kollektion, die selbst DDR-Kenner verblüfft. Jetzt bestellen
 
Wiedervereinigung vs. Annektierung //  »Man kann doch nicht im Traum davon reden, daß das eine Wiedervereinigung ist. Sondern natürlich war das eine Annektierung eines Landes durch ein anderes Land. Was man heute noch sehr schön daran sieht, daß von den 50 größten Konzernen, die in Deutschland angesiedelt sind, kein einziger Konzern seinen Hauptsitz in Ostdeutschland hat. Da muß man gar nicht weiter drüber nachdenken, was das bedeutet für eine kulturelle Landschaft.« Armin Petras, Intendant des Berliner Maxim Gorki Theaters, DLF, 31. Mai 2009.
 
»Verklärung und Dämonisierung« // 'DDR-Geschichte - Verklärung und Wahrheit' lautete das Thema. Gesine Lötzsch, Die Linke, vermerkte allerdings, daß die beiden Pole, zwischen denen sich die DDR-Darstellung bewegt, nicht Verklärung und Wahrheit, sondern Verklärung und Dämonisierung sind. Weitere Studiogäste: Werner Schulz, B'90/Die Grünen; Heinz Eggert, CDU-MdL Sachsen. Hörer-Beteiligung, Moderation: Elke Durak. DLF, Kontrovers, 11. Mai 2009.
 
 
Open-Air-Ausstellung // »Friedliche Revolution 1989/90«, Berlin, Alexanderplatz, 8. Mai bis 14. November 2009, »Eintritt frei« · Es war doch eher Restauration als Revolution, oder?
 
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Brecht-Haus Berlin-Weißensee 60 Jahre später // In der 1860 erbauten Villa wohnte Brecht von 1949 bis 1953. Ins Journal klebte er unter dem 7. Mai 1949 folgendes Gedicht: »EIN NEUES HAUS // Zurückgekehrt nach fünfzehnjährigem Exil / Bin ich eingezogen in ein schönes Haus. / Meine No-Masken und mein Rollbild, den Zweifler zeigend / Habe ich aufgehängt hier. Fahrend durch die Trümmer / Werde ich tagtäglich an die Privilegien erinnert / Die mir dies Haus verschafften ...« Bertolt Brecht: Ausgewählte Werke, Bd. 4, S. 398.

Historische Bauforschung, TU Berlin, WS 2002/03: Bauaufnahme, Bauforschung; Schadenskartierung, Nutzungsvorschläge.
 
»'Rasch verdunsten'« // Warum Christoph Hein dem Verfassungsjubiläum fern bleibt - Ein offener Brief an die Bundesregierung, der Freitag, 6. Mai 2009.
 
»Der Kapitalismus stinkt« // Gibt es auch was Großartiges von der BRD? Ja, Floh de Cologne und ihre Lieder. Speziell das Album Profitgeier mit Titeln wie: »Auf dem Arbeitsmarkt«, »Der Kapitalismus stinkt« oder »Wir brauchen keine Millionäre«. Zugegeben, die Amiga-LP hatte das bessere Cover.
 
  Stefan Horota: Rollerkinder, 1976 · Weitere Ansichten: 2 3 4 5 6
 
YouTube I // Die letzte Lesung von Ekkehard Schall · Zum 80. Geburtstag von Peter Hacks, dem »Goethe der DDR«.
 
TV-Talk // »Ich kann es einfach nicht mehr hören, wenn mir die geleckten Affen aus den talk-shows erklären wollen, wie ich dreißig Jahre lang gelebt habe und warum es sich nicht gelohnt hat«, notierte Klaus Schlesinger 1993. Seither hat sich kaum etwas verändert: Noch immer maßen sich Westdeutsche in Siegerpose die Deutungshoheit über die DDR an. Gönnerhaft gestehen sie dem DDR-Bürger zu, auch ein Leben gelebt und eine »Lebensleistung erbracht« zu haben. Daß viele Ostdeutsche mit der BRD-Demokratie nichts am Hut haben, liege an den »falschen DDR-Prägungen«, nicht etwa am auseinanderdriftenden, korrupten BRD-Machtsystem. Am 24. April 2009 saßen bei Anne Will im Ersten Deutschen Fernsehen einmal mehr drei West- und ein Ostdeutscher über dem Thema »Zwischen Unrechtsstaat und Ostalgie - neuer Streit um das DDR-Erbe«.
 
»Akt & Landschaft« // Ausstellung im Strelapark Stralsund, 12. bis 24. Oktober 2009 mit 70 Aktfotos von Klaus Ender.
 
»Ostzeit« // Fotos von Sibylle Bergemann, Ute und Werner Mahler sowie Harald Hauswald, die subjektiv Alltag, Arbeit und Menschen in der DDR seit 1972 zeigen. Ausstellung vom 13. August bis 13. September im Berliner Haus der Kulturen der Welt · Buch.
 
»In Grenzen frei« // Mode, Fotografie, Underground in der DDR 1979-89. Kunstgewerbemuseum Berlin, 4. Juli - 13. September 2009 · ZEIT-Artikel · Buch.
 
Die Mär vom Rechtsstaat BRD // Eckpfeiler eines Rechtsstaates sind Gewaltenteilung und unabhängige Justiz. Beides ist in der BRD reine Fiktion: 1) Richter (Judikative) sind dem Justizminister (Exekutive) unterstellt. Die Gerichte sind nachgeordnete Behörden der Regierung.   2) Selbst die höchsten Richter, die sg. Bundesverfassungsrichter, werden seit eh und je einfach zwischen Politikern ausgekungelt - verfassungswidrig. Das war 1987 schon allgemein bekannt. Und daran hat sich bis 2009, zum famosen »60 Jahre Grundgesetz«, nichts geändert.
 
»Geschichtsverlogenheit« // Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass kritisierte den Umgang mit der DDR-Geschichte und sprach von »Geschichtsverlogenheit«. Für Grass ist es schlicht »ein Skandal«, daß die Ausstellung »60 Jahre - 60 Werke« im Berliner Martin-Gropius-Bau, 1. Mai bis 14. Juni 2009, über die bundesrepublikanische Kunst der vergangenen 60 Jahre keine Werke aus der DDR zeige. Die noch immer starke mentale Trennung zwischen Ost- und Westdeutschland sei eine Folge des Verhaltens Westdeutschlands, das wie »ein Sieger« aufgetreten sei, meinte der Schriftsteller. Ein Resultat davon sei, daß sich »viele die DDR schönreden«.
 
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