Wer Verwöhnaroma ohne Sodbrennen will, greift am besten zu »Im Nu«.
Früher wurde das ostdeutsche Kaffeesurrogat vorzugsweise zu
Marmelade-Schrippen im Schulhort der Polytechnischen Oberschulen
(POS) ausgeschenkt. Aber auch Erwachsene brühten sich im Nu ein
Täßschen »Im Nu«, denn echter Bohnenkaffee war teuer und manchmal
knapp.
»Im Nu« heimste 1981 eine Goldmedaille auf der Markkleeberger agra
ein. Damals kam das Pulver noch aus dem VEB Bero Kaffee und Extrakt
Berlin. 150 g kosteten EVP 3,00 M.
Heute produziert der Magdeburger Kaffeespezialist Röstfein
(Hauptprodukt »Rondo«) den bekömmlichen Muckefuck. Caro Landkaffee (Nestle) ist dagegen
fade. Nur der teurere Kneipp schmeckt vollmundiger.
Getrunken wird der legendäre »Im Nu« vor allem im Osten. Sollte
es daran liegen, daß 27 Prozent der West-, aber nur 6 Prozent
der Ostfrauen über 35 noch kinderlos (Apotheken-Umschau 8/2000,
S. 49) sind?
Mehr zur Kaffeesituation in der DDR in den Kapiteln »Die Gömann-
Affaire« und »Erichs Krönung« im Buch
Deutsche Kulinarische Republik.
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