Berlin, 9. Juni 2009 - »Bei uns gab es richtig viel zu lachen, wir hatten wahrscheinlich mehr und bessere Witze als die Westdeutschen. Wir hatten mehr Sex, und wir hatten mehr zu lachen - es gab einfach nicht so viele Ablenkungen!« Katharina Thalbach
Stimmt das? Hatten DDR-Bürger wirklich »mehr Sex und mehr zu lachen«? Das war die Frage.
405 Surfer votierten zwischen November 2008 und Juni 2009. Ein klare Mehrheit bestätigte die Thalbachsche These. Die Umfrage enthielt zwei Komponenten: a) Sex und b) Lachen.
a) Sex: Dafür spielt verfügbare Zeit eine Bedeutung. Selbst Wolf Biermann gestand, in der DDR mehr Sex gehabt zu haben - weil er »verboten« war und Zeit hatte. Das sieht der Ärmste aber keineswegs als Vorzug an.
Wie Existenzängste die Libido nach der »Wende« sofort auch in Ostdeutschland beeinträchtigten, gestaltete Peter Hacks in seinem Gedicht »1990«:
Auch die Freundin zeigt sich beinah prüde.
Von Erwerbs- und Nahrungssorgen müde,
Kann sie sich nur eingeschränkt entschließen,
Mit dem Freund den Abend zu genießen.
Vorformen des Geschlechterkrieges gab es auch in der DDR - vor allem nach Ehescheidungen. Ein solcher Männer- oder Frauenhaß jedoch, wie man ihn in der BRD heute findet, war unbekannt. In der DDR hätten für Bücher wie Nur ein toter Mann ist ein guter Mann keine Bäume gefällt werden dürfen.
b) Lachen: Daß in einem kollektivistischen Land mehr gelacht wird, liegt nicht unbedingt auf der Hand. Ein Ellbogensystem mindert zwar das Miteinanderlachen, mehrt jedoch das hämische Gelächter.
Klaus Schlesinger über den unterschiedlichen Humor in Ost und West: »Lange genug habe ich mich darüber gewundert, daß die schönen politischen Witze, die ich in den Westen mitgebracht hatte, nur fragende Gesichter hinterließen, bis ich dahinterkam, daß der Humor der jungen Leute dortzulande, statt, wie bei uns, auf der Absurdität der Verhältnisse, auf der Schadenfreude der Comic strips und der Trickfilme beruhte. « Das komplette Ergebnistableau:
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